Peggy Schmah 08237 3630657 

    Operation: Ja oder Nein

    Was wäre wenn....Eine wichtige Frage, um deren Beantwortung kein Tierhalter drumherum kommt. Ich versuche,  verschiedene Aspekte zu beleuchten und natürlich auch die homöopathische Sicht darzulegen.
    Einmal mehr sind wir mit unserer eigenen Sichtweise konfrontiert. Die Schulmedizin geht davon, dass es gutartige und bösartige Umfangsvermehrungen gibt. Spätestens, wenn die spezielle Art des Tumors zu den sogenannten bösartigen Gebilden gehört, wird zur Operation geraten. Nach dem Motto "was weg ist, ist weg" und kann nicht mehr wachsen, Streuen oder den Organismus anderweitig gefährden. Ist das so? Ähnlich wie eine Statistik beim Menschen, die aufzeigt, wie lange der Betroffene mit einer Operation lebt, ohne dass genau das gleiche Gebilde wieder auftaucht. Verstirbt der Betroffene jedoch zwei Jahre später an einem anderen kranken Zustand ist dies nicht relevant für die Überlebensstatistik..

    Genau dies aber betrachten wir in der Homöopathie. Es geht nicht nur um den Tumor selbst. Es geht vielmehr darum, die gesamte Dynamik und die Heilungsversuche des Tieres anzuerkennnen. Was unternimmt der Organismus, um sich Entlastung für seine lebenswichtigen Aufgaben zu schaffen? In welchem Zustand befindet sich die Lebenskraft, wenn sie solch ein Gebilde erschafft? Was möchte sie damit ausdrücken? ...Und wie verändert eine Operation, also eine Entfernung des Tumors diese Dynamik?

    Dies sind für mich vorherrschende Fragen, die es zu beantworten gilt.  Es gibt Situationen, in denen ich sogar zu einer Tumorentfernung rate. Behindert der Tumor lebenswichtige Funktionen kann es erst einmal nützlich sein, das Hemmnis zu entfernen. Hierfür hat die Schulmedizin wunderbare Möglichkeiten Leben zu erhalten! Nur endet die Situation nicht mit der Entfernung von Gewebe, einer Bestrahlung oder einer Chemo-Therapie, wie sie auch in der Veterinärmedizin immer öfter Einzug hält. Wieder einmal erinnere ich an einen physikalischen Energiererhaltungssatz: "Energie geht nicht verloren, kann aber in einer andere Form umgewandelt werden!" In der Homöopathie sprechen wir von einer "Unterdrückung" oder auch von einer "Verschiebung" des Symptomenbildes. Der Tumor könnte  bei paarig vorhandenen Organen (zwei Ohren, zwei Vorderläufen, zwei Seiten usw.)  auf der anderen Seite erscheinen. Das ist die wahrscheinlichste und unkomplizierteste Variante. Es kann aber auch eine Verschiebung ins Körperinnere kommen. Die Folge hieraus ist dann meist eine weitaus schlechtere Voraussetzung für das Leben des Tieres. 

    Wir gehen davon aus, das die Lebenskraft stets bemüht ist, das Leben zu erhalten und sich so lange als möglich bemüht, Störungen in eine leichtere, dem Leben zuträglichere Form zu bringen. Das kann beispielsweise heissen, eine vorherrschende Dynamik, sei es vererbt, oder erworben (in der Homöopathie sprechen wir hier von Miasmen) nach Aussen, auf die Oberfläche zu schieben, weg von lebenswichtigen Funktionen und Organen.  Am Symptomenbild erkennen wir, auf welcher miasmatischen Ebene der Organismus sich befindet und welche Heilungsversuche er unternimmt. So erscheint vielleicht ein "sykotischer" Zustand als Tumor auf der Haut. Sichtbar und daher meist als besonders bedrohlich empfunden.

    Durch zahlreiche Unterdrückungen, viele Medikamente, Impfungen usw. kann sich diese Dynamik verändern. Ein im Wachstum befindlicher Tumor kann einen zerstörerischen (die Schulmedizin spricht dann von Bösartikeit) Zustand annehmen. Was nun? Nun sind sind wir wieder bei der Sichtweise, dem Verständnis der Dynamik und der Notwendigkeit eine Entscheidung zu treffen. Das ist wie mit den Äpfeln und Birnen. Wir können sie nicht wirklich miteinander vergleichen. Die einen sind nicht schlechter als die anderen. Die Schulmedizin nimmt genau das für sich in Anspruch. Entfernen des Tumors, um eine weitere Ausbreitung, ein unkontrolliertes Ausbreiten in die Umgebung zu verhindern. Wir Homöopathen möchten genau dies ebenfalls. Die Lebenskraft und deren Lösungsversuche so gut als möglich darin zu unterstützen, gesündere Ausdrucksformen zu finden, Tumorwachstum überflüssig zu machen und die Lebensfreude zu erhalten. Um so wichtiger, wenn beide Wege kombiniert werden, wenn der Tumor zuerst entfernt und die homöopathische Begleitung folgen soll. Die Dynamik der Lebenskraft darf trotzdem nicht ausser Acht gelassen werden.

     

    Der Tierhalter muss sich entscheiden, welchem Weg er vertraut. Welche Brille seiner eigenen Wahrnehmung am ehesten entspricht. Die Simile-Regel, das Wirkgesetz der Homöopathie greift auch hier: Ähnliches wird durch Ähniches geheilt! 

    Zum Schluss einige Zeilen, die das Thema ergänzen und zum Nachdenken anregen. Leider weiss ich nicht, wer sie verfasst hat:

     

    „Das Krankhafte kann nicht einfach wie ein Fremdkörper beseitigt werden, ohne dass wir Gefahr laufen, zugleich etwas Wesentliches, das auch leben sollte zu zerstören. Unsere Aufgabe besteht nicht darin, es zu vernichten, sondern wir sollten vielmehr das, was da wachsen will, hegen und pflegen, bis es schliesslich seine Rolle in der Ganzheit der Seele spielen kann."

    Tumorerkrankungen bei Tier

    Die Zeit, die bleibt.... ein ebenso schwieriges wie wichtiges Thema. Natürlich ist jedes lebendige Wesen irgendwann alt, bei unseren vierbeinigen Freunden mit einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung ist die Aufgabe umso aktueller. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, welche Prozesse und gegenseitiges Erleben zwischen Tier und Mensch möglich werden, wenn nicht vorschnell für eine Euthanasie entschieden wird. Die Angst ist da, dass der tierische Freund Schmerzen leidet, Atmenot bekommt, oder anderweitg lebensunwürdig dahinsicht...verständlich, aber sind wir ehrlich zu uns selbst, geht es vordergründig um unsere eigenen Ängste. Wir leiden mit, interpretieren die zunehmende Schwäche als untragbar (für uns oder das Tier?) Wer entscheidet, was unwürdig, leidend, oder unnötig ist?

    Nicht jeder Sterbeprozess ist leidvoll! Erinnnern wir uns, auch ein Geburtsvorgang ist schmerzhaft. Das wird von uns akzeptiert, gehört es doch zum Leben! Aber genau das tut der Sterbevorgang auch. Nur in die andere Richtung.

    Ähnlich wie eine Geburt, geht ein natürlicher Sterbeprozess mit wehenartigen Phasen einher. Darf das Tier diesem Weg folgen, können wir diese Entwicklung oft beobachten. Auch die sogenannte Feuerphase, die eine Ablösung vom Körper vorbereitet, kann mit Unruhe und sogar mit einer Weideraufnahme von Nahrung einhergehen. Ganz praktisch gesehen, werden letzte Kräfte aktiviert, um den anstrengenden Teil der Loslösung vom Körper zu ermöglichen. Das erinnert an die Austreibungsphase während der Geburt.

    Bis zum Schluss

    Unsere Tiere spüren unsere Emotionen!

    Ist es für uns stimmig, das Tier bis zum Ende zu begleiten, lassen sich die Vierbeiner oft Zeit mit dem Sterben. Ohne zu leiden, ohne Stress geniessen, sie die verbleibende gemeinsame Zeit. Dies wird häufig bei einer seriösen Tierkommunikation bestätigt. Manche Tierhalter können das auch selbst formulieren:“ Das ist schon seltsam, aber ich denke für den Hund ist es völlig in Ordnung.“ Und darum geht es doch. Das Tier soll nicht leiden! Ausserdem haben wir in der Homöopathie wirksame Helfer, um eine schmerzhafte, angstvolle Phase zu begleiten. Ein erfahrender Therapeut kann hier Tier und Mensch unterstützen.

    Wann ist eine Euthanasie sinnvoll?

    Manche Tiere spüren, dass ihr Mensch überfordert ist und willigen in eine Euthanasie ein. Das ist dann oft auch der bessere Weg für alle Beteiligten. Ich empfehle, die eigenen Ängste dem Tier gegenüber zu verbalisieren und einen Zeitrahmen (2 Tage, 2 Wochen) zu setzten, um sich zu entlasten. Sie spüren uns sowieso. Und auf diesem Wege bleibt dem Tier eine gewisse Würde, eine Möglichkeit mit zu entscheiden.

    Schwere Unfälle und Verletzungen stellen für mich Ausnahmen dar, die ebenfalls eine schnelle Erlösung fordern können.

    Die Zeit die bleibt

    Haben wir uns für eine Begleitung entschieden (diese Entscheidung darf sich auch ändern) ist es immer wieder erstaunlich, welche Entwicklung für eine Mensch-Tier-Beziehung gerade in dieser wichtigen Zeit, möglich ist. Das erlebe ich bei Gesprächen, während und nach einer Sterbebegleitung. Nicht nur das Tumorgeschehen selbst wird oft klarer (was möchte damit ausgedrückt werden vom Tier?) auch im Umgang miteinander kann sich einiges ändern. Ein distanziertes Verhältnis wird auf einmal extrem eng, eine Angst des Tieres wird auf einmal zur Stärke. Manchmal schenkt auch ein sterbendes Tier einen letzten Liebesdienst an die ganze Familie. Schliesslich muss die Menschenfamilie in Zukunft ohne die Ausdrucksform des tierischen Freundes auskommen. Da ist oftmals einiges zu tun.

    Ist es dann soweit, ist es erstaunlich, jene Energien zu spüren, die am Ende eines Lebens aktiv sind. Nichts ist ergreifender, als die Freude des Vierbeiners zu spüren, der sich gerade aus seiner „Jacke“, seinem alten Körper im wahrsten Sinne des Wortes „hinausgezwängt“ hat. Das war anstrengend! Sie möchten, dass wir uns dann mit Ihnen freuen! Das hilft uns, zu trauern und den leeren Raum zu füllen, den das verstorbene Tier hinterlässt.