Peggy Schmah 08237 3630657 

    Was wirkt denn da?

     Über die therapeutische Intension

     

    Wer sich eingehend mit Homöopathie beschäftigt, nähert sich (schön langsam, Stück für Stück) dem Gedanken an, dass in unseren weissen Kügelchen keine Materie, sondern Informationen stecken. Diese wirken auf die Lebenskraft, die unseren Organismus steuert.

     

    Welche Informationen sind denn das? Irgendwie ist ja alles uns herum Information. Die äusseren „Um“stände, das „Um“feld, und natürlich auch der Therapeut, der uns dieses Heilmittel mit ihrer Arzneikraft verordnet hat.

     

    Darum geht es in diesem Text. Um die Intension und die Rolle des Therapeuten.

     

    Viele haben es selbst schon erlebt. Eine homöopathische Arznei (ein dynamisch hergestelltes Arzneimittel mit ihrer ganz eigenen Heilkraft) wird von Ihnen innerhalb der Familie, dem Haustier, oder vielleicht sogar sich selbst verabreicht. Sorgfältig ausgewählt nach dem Ähnlichkeitsgesetz, in einer adäquaten Potenz. Es passiert....nichts. Wie kann das sein?

     

    Die Symptome bestehen weiter. Angenommen, wir begeben uns einige Monate später „in die Hände“ (eine schöne Beschreibung) eines erfahrenen Homöopathen. Dieser verordnet uns genau die selbe Arznei, in genau der gleichen Potenz. Diesmal wirkt sie und hilft uns. Wir werden gesünder. Was passiert hier?

     

    Wer meine Arbeit kennt, weiss, dass ich mich besonders für das umgebende Feld eines kranken Organismus interessiere. Ich trete quasi einen Schritt zurück und betrachte das ganze Bild. Hier hinein gehört auch der Therapeut. Sich in die Hände eines Homöopathen zu begeben braucht eine Menge Mut. Nicht nur das Vertrauen in die Heilkraft der Arznei ist nötig (das Mittel wird es schon richten)...oder in die Kompetenz des Behandlers (der wird’s schon richten) sondern auch das Vertrauen in die eigene Heilkraft und Intelligenz des Organismus. Ein klares „Ja“ ist wichtig, um sich all dem hinzugeben. Ein „Ja“ zur Bewegung, zur Veränderung und Erkenntnis, damit Heilung geschehen kann. Dies alles ist ziemlich schwierig in uns selbst zu aktivieren und kann Angst machen. Viel zu sehr stecken wir im (meist) emotionalen Geschehen, um den Überblick zu behalten. Wäre es so einfach, hätten wir dieses Vertrauen in uns selbst, wären wir wohl gar nicht erst krank geworden...Das selbe gilt für Tierhalter. Hier treffen wir stellvertretend (Ausnahmen bestätigen die Regel) die Entscheidung und übernehmen die Verantwortung.

     

    Ich setze homöopathische Arzneien in der systemischen Arbeit als wertvolle Helfer ein. Dazu lasse ich das Mittel (die Heilinformation) stellverstretend durch einen menschlichen Teilnehmer darstellen. Ich stelle sie ins Feld dazu und beobachte....Habe ich die Information (die Arznei)gut gewählt, verändert sich augenblicklich das gesamte Gefüge des Bildes. Teilnehmer lächeln, atmen auf, oder zeigen eine Entspannung ihrer Körperhaltung. All dies geschieht durch Information. Verstärkt wird der Vorgang durch meine Intension als Therapeut, dem System helfen zu wollen, durch mein Vertrauen in die homöopathische Arznei und durch das Wissen um die Heilkraft des kranken Organimus selbst. Von letzterem bin ich immer wieder selbst erstaunt.

     

    Die therapeutische Intension spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle! Ich sage sogar, bei den meisten kurativen Interventionen macht die Intension des Begleitenden 50% und mehr aus! Das ist ziemlich viel. Bleiben höchstens 50% für die Wirkung der weissen Kügelchen. Das ist sicher eines der Gründe, warum Eigenbehandlungen bei chronischen Geschehen nicht oder nur unbefriedigend greifen. Die Intension geht sogar soweit, dass telefonische Ratschläge des Therapeuten, die vielleicht vom Klienten falsch umgesetzt werden, also versehentlich eine „falsche“ Arznei aus der Hausapotheke eingenommen wird, trotzdem wirkt...Einmal mehr ein gefundenes Fressen für die Plazebo-Verfechter!

     

    Ein weiteres Phänomen der nichtmateriellen Wirkung ist die sogenannte „Vorfeldprüfung“.

     

    In Homöopathie-Kreisen werden immer wieder „alte“ Arzneien, sowie völlig unbekannte „neue“ Stoffe geprüft. (Eine Gruppe nimmt eine ihr unbekannte Arznei ein und beobachtet das sich entwickelnde Symptomenbild. Idealerweise steht jedem Prüfer dabei eine neutrale Person bei, der auch nichts bekannt ist, um Beobachtungen möglichst unbeeinflusst wahrnehmen zu können. Je nach Empfindlichkeit und Empfänglichkeit fallen diese Symptome innerhalb der nächsten Wochen oder Monaten bei den verschiedenen Teilnehmern der Gruppe unterschiedlich aus. Andere Symptome dagegen weerden von mehreren oder vielen gleich empfunden. Diese erhalten eine besondere Wertigkeit. Die Ergebnisse werden gesammelt und wandern nach wiederholten Prüfungen in die Literatur und in unsere Repertorien).

    Eine gewisse Zeit vor einer angesetzten Prüfung sagen wir beispielsweise eine Woche, erfahren einige Teilnehmer des Prüfungskreises bereits Symptome, die sich später als Arzneisymptome herausstellen. Sie werden von anderen Teilnehmern bestätigt. Alles ohne ein Wissen über den Arzneistoff. Dieses Phänomen nennen wir eine sogenannte Vorfeldprüfung.

     

    Ich selbst konnte ähnliche Erfahrungen während meiner homöopathischen Ausbildung machen. Es prüfte die gesamte Klasse einen bestimmten Arzneistoff. Damals war das die Kauri-Schnecke. Anne Schadde hat die Ergebnisse später in einem Büchlein veröffentlicht.

    Die Hälfte der Schüler waren Prüfer, die andere Hälfte wurden zu neutralen Supervisoren. Ich selbst hatte mich völlig herausgehalten, da ich mich zu dieser Zeit in einer homöopathischen Therapie befand, die ich nicht stören wollte. Trotz meines Enthaltens entwickelte ich Symptome der geprüften Arznei und ein Grossteil meiner Mitschüler brachten vergleichbare Zeichen hervor.

     

    Ähnliches geschieht manchmal nach einem Erstgespräch mit dem Klienten bevor ich eine Arznei verordnet habe. Eine ausführliche Repertorisation und Analyse der Geschichte ist für mich oft erst in aller Ruhe und mit ein paar Tagen Abstand möglich. Bereits in dieser Zeit beginnt jedoch die Intension zu arbeiten. Kontaktiere ich die Klienten nach Beendigung meiner Gedankengänge, erzählen sie mir vielleicht von Symptomen, die ich im herausgearbeiteten Arzneimittelbild wiederfinde.

     

    Alle diese Vorgänge werden von Skeptikern gerne als Placebo-Effekt (auf einer Suggesionswirkung beruhend) bezeichnet. Homöopathie-Vertreter erwidern darauf hin, dass die Wirkung der Kügelchen auch an kleinen Kindern und Tieren unbestreitbar und beobachtbar sei.

    Für mich ist es völlig unwichtig, wie jene Vorgänge benannt werden. Wie so oft in der Homöopathie gilt für mich die „sowohl-als-auch“-Möglichkeit. Alles ist Information.

     

    Auf der anderen Seite wirken unbewusste Sabotage-Programme ebenfalls mit hinein in die Heilungsdynamik. Bin ich aufmerksam, wird das bereits beim Erstgespräch, einer Anamnese, deutlich. Diese Situation benötigt grosses Feingefühl dem Klienten gegenüber. Wer hört schon gerne, dass der eigenen Heilung etwas im Wege steht, oder der Kranke eigentlich nichts verändern will....? Dass alte Glaubenssätze wie beispielsweise „ich bin es nicht wert gesund zu werden“, „es darf nicht sein“, „oder eine unterschwellige Loyalität gegenüber Familienmitgliedern „lieber ich als der andere“ , Einfluss haben. Ich habe erlebt, dass eine Familie, trotz aller angebotener Hilfe, zusammenhielten um ein Problem totzuschweigen. Unbewusst hat das System entschieden, es sei der leichtere Weg um als Familie weiter zu funktionieren. Manchmal gilt es, auch dies zu akzeptieren.

     

    Eine spannende Geschichte ist das mit der Einwirkung und der Intension! Vielleicht kommt es eines Tages doch noch soweit, dass eine heilsame Information (das ist keineswegs auf die Homöopathie begrenzt) per Tastendruck übers Internet verschickt werden kann. Mit der richtigen therapeutischen Intension, versteht sich (zwinker!). Einige meiner Klienten würde es sicher freuen!

     

    Wie gut, dass wir noch Menschen sind! Und nach dem Naturgesetz „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“, brauchen wir uns auch weiterhin gegenseitig, um so zu werden, wie wir gemeint sind.